Sonne, Sekt und Superlaune beim Maschkera in Haar.
Faschingsdienstag rund um den Kirchenplatz
„Maschkera“, italienisch „Maschera“, bedeutet Maske. „Maschkera zu gehen“ ist eine im Werdenfelser Land, Tirol und vor allem in Mittenwald tief verwurzelte Tradition. Nach alter Sitte verbergen Männer ihr Gesicht hinter sogenannten Holzlarven. Die kunstvollen und handgefertigten Masken sind kostbare Erbstücke innerhalb einer Familie, oft vererbt über Jahrhunderte hinweg von einer Generation zur nächsten. Zwischen dem Sonntag nach Heilige Drei Könige und Faschingsdienstag kommen sie zum Einsatz. Ihre männlichen Träger, so will es die Tradition, verbergen aber nicht nur ihr wahres Antlitz, sondern verstellen ihre Stimme und verändern ihre Gesten, um die Tarnung perfekt zu machen. Manche Larve lächelt sein Gegenüber freundlich an, andere blicken recht grimmig drein, wenn sie als illustre Gesellschaft von Bärentreibern, Tanzpaaren, Jacklschutzer und weiteren Figuren durch die Straßen ziehen und mit jungen Frauen tanzen. Den Beginn des Treibens läuten die „Schellenführer“ am unsinnigen Donnerstag mit dem letzten Schlag der Mittagskirchenglocken ein. In den Reihen der ungewöhnlichen Gesellschaft befinden sich auch „Angler“. Sie halten Haselnussstöcke (Ruten) in die Menge, an deren Enden Schokolade befestigt ist.
Haars Vereine im Voll-Einsatz
In Haar gehen die Stadtbewohner auch Maschkera, allerdings müssen sie sich nicht die Hälse verrenken oder strecken, um an etwas Essbares zu kommen, eher die Beine in den Bauch stehen und geduldig dem Knurren ihres Magens lauschen. Egal ob es ein Burger bei den Disciples sein soll oder der Sinn eher nach gefüllten Pitafladen der Griechischen Gemeinde steht – die Schlangen der Jecken an den Buden sind überall lang. Immerhin ein kostenfreies Amuse-Bouche, also eine kleines mundgerechtes Appetithäppchen in Form eines bestrichenen Brothäppchens, bietet der Stand der der SPD kostenfrei. Das lässt sich wunderbar mit einem Biosekt bei den Grünen genießen und einem leckeren Likörchen am FDP-Stand abrunden. Wer dann oder schon vorher laute Party möchte, ist an Stehtischen der Freiwilligen Feuerwehr bestens aufgehoben, denn die machen ordentlich Musikalarm. Diejenigen, die es nicht ganz so laut mögen, dafür Wert auf Ausstrahlung und Charmeoffensive legen, gönnen sich bei den „D´wuidn Goaßn“ das Getränk davor, mittendrin oder abschließend, je nach persönlichen Vorlieben. Intimere Schunkelatmosphäre verspricht das Schützenzelt. Alles geht, nichts muss!
Sonne satt
Ganz offenbar liebt der Wettergott das bunte Faschingstreiben in Haar. Auch 2025 sorgt er für strahlend blauen Himmel und Frühlingstemperaturen. Das zieht am letzten Tag der närrischen Saison noch einmal jede Menge Supermänner, Super Marios, Teufelinchen, Marienkäfer, Schmetterlinge Großwildkatzen, Mäuschen, Rittersleut und Prinzessinnen, Clowns und sonstige Fantasiegestalten rund um den Maibaum, um vor dem großen Kehraus am Aschermittwoch noch einmal zu feiern: „Wir haben einfach wieder riesiges Glück mit dem fantastischen Wetter. Die Leute strömen hierher und sind fröhlich und ausgelassen. So muss es sein“, meint auch Bürgermeister Andreas Bukowski im schicken Kilt neben einem knusprigen Bacon und dem dazugehörigen Spiegelei „sunny side up“.
Für Sie berichtete Manuela Praxl.