Haar bewirbt sich
Es sind Gespräche auf der Straße, die Gemeinderat Peter Siemsen (FDP) aufhorchen lassen. In den vergangenen Monaten wollen die Haarer nicht nur die Wahl und andere klassische bundespolitische Themen diskutieren, sondern konkret wissen, welche Auswirkungen das Bürgerbegehren zum Erhalt der Artenvielfalt („Rettet die Bienen“) von 2019 auf Haar habe. „Wir hatten und haben in Haar großes Interesse und hatten eine hohe Beteiligung bei der Unterschriftenaktion“, resümiert Siemsen. Wegen der großen Zustimmung für das Thema, diskutiert er bereits vor zwei Jahren parteiintern die Möglichkeit, sich beim für den Preis „Bienenfreundliche Gemeinde“ des Bezirks Oberbayern zu bewerben. 2021 stellt er gemeinsam mit CSU und SPD den Antrag im Gemeinderat.
Auf dem Prüfstand
Wettbewerbe, Preise und Siegel gebe es sehr viele, meint Siemsen. Dieser aber sei besonders, weil eine Fachjury die Einhaltung aller fünf vorgegebenen Kriterien begutachte. Experten nehmen dafür unter anderem die bienenfreundliche Bepflanzung von Gemeindeflächen, Verkehrsinseln oder Streuobstwiesen unter die Lupe, genauso alle kommunalen Flächen, die bienenfreundlich bewirtschaftet sein müssen und überprüfen, ob die Gemeinde Imkern Plätze für ihre Völker zur Verfügung stellt. Außerdem habe jede Gemeinde die Chance durch weitere Schritte wie Insektenhotels Bienen- und Insektenlehrpfaden oder entsprechenden Aufklärungsangeboten Punkte zu sammeln. „Haar tut ohnehin viel im Bereich Artenschutz, hier geht es ja mehr um die Wild- als die Honigbiene“, erläutert Siemsen: „Wenn ich an die vielen Magerrasenflächen denke und die vielen Themen, die die Bevölkerung sensibilisieren sollen, dazu Naturlehrpfade, all die umgesetzten Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität, erfüllt Haar die Kriterien“, ist Siemsen überzeugt und ist sich sicher: „Der Wettbewerb passt gut zu unseren Leitlinien.“
„Damit wir unserem Anspruch als ökologische Gemeinde mit einer ökologischen Verantwortung gerecht werden.“
Peter Siemsen, Gemeinderat (FDP)
Teilnahme ist Gewinn
Aus seiner Sicht sei es „fast egal“ den Wettbewerb zu gewinnen: „Viel wichtiger ist doch, dass wir weiter lernen.“ Gerade im Hinblick auf zukünftige Gewerbegebiete oder die Weiterentwicklung der Infrastruktur wie Fahrradwege, Mobilitätskonzepte und Parkflächen für Fahrzeuge, könne die Gemeinde neue Impulse, Hinweise und Aspekte gewinnen, so Siemsen: „Damit wir unseren Anspruch als ökologische Gemeinde mit einer ökologischen Verantwortung gerecht werden.“
Für Sie berichtete Manuela Praxl.